Gäbe es noch Pommes im Bordbistro der Bahn ohne die "EU-F-Gase-Verordnung 2024/573"? Zumindest hat dieses Gesetz zur Verminderung der fluorierten Treibhausgase dazu beigetragen.
Diese klimaschädlichen Gase finden sich nicht in den Pommes - aber in den Gefrierschränken der Bordbistros. Dort wurden die Pommes gelagert, die als Tiefkühl-Pack geliefert werden. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Bahn verzichtet darauf. Der Gesetzgeber hat sie praktisch zum Handeln gezwungen.
Vielleicht sollte die tagesschau anstatt hier auf die EU zu schimpfen mal eher den fehlenden Willen (oder das Unvermögen?) der Bahn in den Vordergrund stellen Kühlgeräte anzuschaffen, deren Kühlmittel nicht von vorn herein problematisch waren.
Die Narrative die die tagesschau und auch ZDF heute in letzter Zeit von sich geben finde ich un Teilen befremdlich bis, themenabhängig, gefährlich.
Weil es nach 1987 bei der Umsetzung des Montreal-Protokolls zunächst darum ging, möglichst schnell geeignete, verfügbare Ersatzstoffe als Kühlmittel zu verwenden, wurden beim Ausstieg aus dem Gebrauch von FCKW-Kältemitteln andere damals verfügbare FKW [Anm: Das ist z.B. das weit verbreitete R-134a (1,1,1,2-Tetrafluorethan)] als Ersatzkältemittel verwendet. Alternativen, die nicht so klimaschädlich waren, kamen erst allmählich ab den 1990er Jahren auf den Markt.
Tetrafluorethan hat im Gegensatz zu den FCKW keine zerstörende Wirkung auf die Ozonschicht, ist jedoch ein starkes Treibhausgas. Seine Treibhauswirkung beträgt das 1430-fache[8] der gleichen Menge Kohlendioxid bezogen auf einen Zeithorizont von 100 Jahren (siehe Treibhauspotenzial). Da eine atmosphärische Lebensdauer von ungefähr 14 Jahre angegeben wird, ist der Faktor des Treibhauspotenzials auf kurze Sicht höher.
…
Seit 2011 verbietet die Richtlinie 2006/40/EG den Einsatz von FKWs mit einem Treibhauspotential größer 150 (dazu zählt auch R-134a) in Klimaanlagen von Autos mit neuer Typenzulassung. Seit 2017 dürfen keine Neufahrzeuge mit solchen Kältemitteln mehr verkauft werden.[10][11] In Zukunft sollen stattdessen nicht oder wenig klimawirksame Kältemittel wie z. B. Kohlendioxid (R-744), Ammoniak, Propan (R-290) oder 2,3,3,3-Tetrafluorpropen (R1234yf) zum Einsatz kommen.
TL;DR: Das Montreal-Protokoll hat nur FCKW verboten, FKW, wie R-134a, waren weiterhin erlaubt, da sie nicht (so) schädlich für die Ozonschicht sind. Aufgrund ihrer Wirkung als Treibhausgase werden FKW nun jedoch in der EU-F-Gase-Verordnung (aktuell 2024/573) stärker reguliert und "zu schädliche" verboten.
Ist btw das Gleiche wie bei Klimaanlagen im PKW Sektor. Da würde bis 2014 noch R-134a genutzt, sollte aber gegen R1234yf ersetzt werden. DAS hat aber eigene Probleme - denn wenn es etwa durch einen Brand oder anderen technischen Effekt zu heiß wird, zerfällt es zu HF - Flusssäure. Und DIE ist für Menschen lebensgefährlich, da sie durch einfache Schutzkleidung hindurch geht, einfach in die Haut einzieht und im Körper mit dem Calcium im Skelett reagiert. Das Zeug ätzt sich sogar durch Glas - und ein Tropfen in der Größe einer Euromünze reicht, um einen Menschen, wenn er nicht direkt behandelt wird, binnen spätestens 3 Tagen unter grässlichen Schmerzen umzubringen.
Das Zeug ist btw allein für einen sehr großen Anteil von PKW Bränden verantwortlich
Nein es geht tatsächlich um das Gas das im kühlkreislauf von Kühlschränken und so verwendet wird damit diese funktionieren. Das bescheuerte an der Stelle ist jetzt einfach das man auf andere Mittel umsteigen könnte. Die Deutsche Bahn kann das aber wohl nicht weil... Ja keine Ahnung, will einfach nicht oder so.
Es ist nicht etwas komplizierter: Kühlschränke im Zug brauchen eine Typzulassung und entsprechende Normen. Und sie müssen passen.
Find mal einen Hersteller, der für eine niedrige, zweistellige Zahl an Zügen einen passendem Kühlschrank mit Gefrierfach und dem richtigen Kältemittel anbietet und dies auch bezahlbar realisiert. Da bist du im Bereich der Einzelanfertigung. Sprich die Dinger kosten dann ne vier- bis fünfstellige Summe. Pro Stück!
Das ist schlicht unwirtschaftlich. So viele Pommes kannst du im Leben nie verkaufen
Selbst der Schnipsel im Post sagt doch was Sache ist:
Gäbe es noch Pommes im Bordbistro der Bahn ohne die "EU-F-Gase-Verordnung 2024/573"? Zumindest hat dieses Gesetz zur Verminderung der fluorierten Treibhausgase dazu beigetragen.
Diese klimaschädlichen Gase finden sich nicht in den Pommes - aber in den Gefrierschränken der Bordbistros. Dort wurden die Pommes gelagert, die als Tiefkühl-Pack geliefert werden. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Bahn verzichtet darauf. Der Gesetzgeber hat sie praktisch zum Handeln gezwungen.
Warum sollte Propangas keine gute Alternative sein? Das gibt es bereits millionenfach in Haushalten zum Kochen mit wenig Problemen, und fachkundigen Einbau vorzuschreiben ist nun auch nicht so das riesen Problem.
Propan bzw. R290 hat derzeit aufgrund der Brennbarkeit ziemlich hohe Auflagen bzgl. der maximal erlauben Kältemittelmenge im Gerät. Aufgrund dieser Beschränkung gibt es derzeit nur Single Split Klimageräte damit, d.h. ein Außengerät mit genau einem Innengerät. Bei R32 gibt es Multi-Split-Klimageräte bei denen du ein einziges Außengerät für 5 Innengeräte nutzen kannst, um damit alle Räume zu versorgen. Bei Propan brauchst du da - zumindest bis jetzt - dann 5 Außengeräte.
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wird das Problem häufig umgangen, indem man sie als Monoblock-Geräte auslegt. Da sind sozusagen Innen- und Außengerät in einem verbaut und stehen draußen. Ergo ohne größere Gefahr, falls das Propan mal austritt. Die Wärme wird dort dann von außen durch warmes Wasser ins Gebäude transportiert.
Aktuell finde ich trotz allem Propan das Beste, was man kaufen kann. Nicht zuletzt auch durch die höhere Effizienz gegenüber den anderen Kältemitteln.
In den nächsten Jahren könnte das Problem gegebenfalls hinfällig werden, falls die aktuell noch in der Forschung steckenden elektrokalorischen Wärmepumpen irgendwann tatsächlich marktreif werden. Die brauchen nämlich überhaupt kein Kältemittel mehr und dürften auch nochmal deutlich effizienter werden, wenn man den ersten Studien glauben darf.
das wären dann solid-state geräte? also ohne bewegliche bauteile? ich bin beeindruckt. sehr interessant.
vom seebeck-effekt hatte ich schon einmal gehört, das aus einer temperaturdifferenz eine elektrische energie macht, aber ich wusste nicht dass man das auch umkehren kann.
Du sparst dir den (tendenziell) lauten Kompressor und das (tendenziell) flüchtige und ggf. umweltschädliche Kältemittel. Lüfter zum Verteilen der Luft bzw. Pumpen zum Verteilen des Wassers wird man aber weiterhin benötigen nach meinem Verständnis.
ja ich habe jetzt die letzten 48 stunden damit verbracht das thema sehr intensiv zu recherchieren.
insgesamt kann man sagen, sehr interessante technologie, aber praktisch schwierig. der grund ist hauptsächlich der geringe wirkungsgrad. denn die technisch einfachste ausführung einer thermoelektrischen wärmepumpe mit zwei typischen metallen hätte gerade einmal 3% des wirkungsgrades der idealen carnot-maschine. im vergleich dazu haben heutige gaskompressor-wärmepumpen etwa 30% wirkungsgrad. zwar gibt es neue materialien (bismut-tellur etc.) die den wirkungsgrad auf etwa 15% heben, aber diese metalle sind in der erdkruste selten, d.h. wenn man das hochskaliert hat man ähnliche probleme wie mit den lithium-akkus ... zu wenig lithium. (und der wirkungsgrad liegt immer noch unter gaskompressor-wärmepumpe)
Interessant. Wenn das stimmt, was du sagst, kannst du dir erklären, wieso das Fraunhofer Institut und andere Quellen, die dann als Effizienzwunder anpreisen? Bei deiner Recherche klingt das ja wenig vielversprechend.
Heutige Wärmepumpen erreichen technologiebedingt nur etwa 50 Prozent des physikalischen Carnot-Limits – dem größten theoretisch möglichen Wirkungsgrad bei der Umwandlung von thermischer Energie in mechanische Energie. Elektrokalorische Wärmepumpe können theoretisch 85 Prozent schaffen. Doch wie effizient diese letztendlich sind, hängt zum großen Teil vom Wirkungsgrad der integrierten Leistungselektronik ab.
Simulationen ergaben, dass die Effizienz elektrokalorischer Wärmepumpen bereits mit den heutigen Materialien ähnlich hoch ist wie die Effizienz von Kompressorsystemen.
Wie funktioniert eine elektrokalorische Wärmepumpe?
Legt man ein elektrisches Feld an elektrokalorische Materialien an, so richten sich die
elektrischen Dipolmomente im Feld aus – diese zusätzliche Ordnung geht nach Geset-
zen der Thermodynamik einher mit einer Erwärmung des Materials. Die entstehende
Wärme wird über eine Wärmesenke abgeführt, sodass das Material wieder auf die
Ausgangstemperatur abkühlt. Wird nun das elektrische Feld entfernt, so verringert sich
die Ordnung und das Material kühlt ab – ebenfalls den Gesetzen der Thermodynamik
folgend. Jetzt kann es thermische Energie aus einer Wärmequelle aufnehmen. Der
Effekt ist reversibel. So kann ein Zyklus aufgebaut werden, der als effiziente Wärme-
pumpe zum Kühlen oder Heizen funktioniert.
Warte mal. Ich sehe da gerade dass das etwas ganz anderes ist als das was ich recherchiert habe. Ich habe das Thema Thermoelektrizität gelesen, das auf dem Seebeck/Peltier-Effekt beruht.
Dabei fließt ein Gleichstrom durch zwei verschiedene Metalle (mit unterschiedlichen Seebeck-Koeffizienten) sodass beim übergang Wärme aufgenommen/abgegeben wird.
Das was das ElKaWe projekt macht ist was komplett anderes. die verwenden wechselstrom, um scheinbar einen kristall schnell abzukühlen/erhitzen, und dann die wärme/kälte des kristalls abwechselnd in zwei verschiedene richtungen abzutransportieren. das ist was ganz was anderes.
Ah, das erklärt es. Peltierelemente kenne ich zumindest auch als extrem ineffiziente Technologie, die zu kaum etwas ernsthaft zu gebrauchen ist. Die sind oft in diesen billigen USB-Dosenkühlern verbaut, aber selbst dort funktionieren die eher schlecht als recht (trotz hohem Stromverbrauch).
Festkörper-Wärmepumpe: DC/DC-Wandler mit 99,74 % Wirkungsgrad
Also beim ersten Artikel sagt schon einmal die Überschrift dass es hier nicht um die effizienz der wärmepumpe geht, sondern um die effizienz eines DC/DC wandlers. Was quasi nur die Stromversorgung zur Wärmepumpe ist.
es handelt sich dabei um zwei halbleiter (p-n-übergang) sodass die elektronen auf zwei verschiedenen energieniveaus liegen. beim übergang von einem halbleiter zum anderen müssen sie daher energie aufnehmen/abgeben, was die umgebung abkühlt/aufwärmt.
Diese Auflagen finde ich ziemlich bescheuert, wenn man einen Gasherd oder eine Gasheizung hat kann das Gas daraus auch in die Wohnung kommen und brennen.
Und wenn man zum Campen Gaskartuschen zuhause hat, ist dort auch viel brennbares Gas drin.
Das sehen ich und viele andere genauso, habe aber auch mal gelesen, dass Gasheizungen und Gasherde heutzutage auch ein schweres Leben hätten, wenn man versuchen würde das mit den heutigen Sicherheitsstandards erstmalig zuzulassen. Also das sei quasi nur erlaubt, da es Bestandsschutz hat, nicht weil völlig unbedenklich. Ob das tatsächlich so ist, kann ich aber nicht beurteilen.
es klingt zumindest so als könnte man dem so zustimmen. viel technologie wie z.b. autos mit verbrennermotoren würde heute wahrsl. keine erstzulassung mehr bekommen wenn es nicht schon im laufenden betrieb normalisiert wäre.
Propangas is nicht Erdgas, und zumindesten beim Camping wird es auch in Deutschland noch viel zum kochen verwendet. Im EU Ausland ist es aber nach wie vor weit verbreitet zum normalen kochen.
Hatte ich glaube ich einmal in meinem Leben und werde es nicht vermissen. Ich glaub nur die Tiefkühlmikrowellen Pommes die ich aus morbidem Interesse mal hatte waren noch schlechter.
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