Sind die in Rede stehenden 200€ nicht als Strafe zur Abschreckung gedacht?
Die Selbstbeteiligung im gängigen PKV-Primärarztmodell hat mit Strafe nichts zu tun. Es ist ganz einfach nur eine Beteiligung an den durchschnittlichen Mehrkosten, die man dadurch als Patient verursacht. Wenn es sich so nicht rechnen würde, würden die PKVen diese vergünstigten Tarife nicht anbieten.
Frag doch mal bei Deiner PKV nach, wieviel Du mit einem Primärarzttarif monatlich sparen könntest!
Die Prozentzahl gibt dann ein Gefühl dafür, was es bedeuten würde, bei jenen, die einen festen Hausarzt haben UND in der GKV sind (▶), so viel einzusparen. Das Einnahmendefizit 2024 lag bei etwa 2% - das ist aktuell die Relation.
Für mich ist nachvollziehbar, weshalb Politiker da eine Chance wittern, das Zweiklassensystem und die Privilegien speziell der Beamtenschaft, der Wohlhabenden und Vermögenden weiter erfolgreich zu schützen. Denn wo kämen wir denn da hin, wenn die Gesundheitsversorgung ganz einfach gemeinwohldienlich orientiert und steuerfinanziert wäre?
Zahlen zum Hausarztmodell
Bereits heute seien über 90 % der gesetzlich Versicherten, die schon einen Hausarzt haben und ohne Überweisung einen Facharzt aufsuchen, im gleichen Quartal bei einem Hausarzt gewesen. Somit sei plausibel, dass ein Primärarztsystem in der großen Gruppe derjenigen, die mindestens einen Hausarztkontakt pro Jahr haben, nur wenige zusätzliche Kontakte auslöst. Quelle