Ich habe persönliche Erfahrung damit. In der Spezialgrundausbildung hat ein angehender Zeitsoldat einen Wehrpflichtigen auf Übung antisemitisch beleidigt.
Das habe ich gemeldet. Von den 8 Zeugen war nur einer bereit mit auszusagen (von 6 Wehrpflichtigen). Der Zugführer wollte erst nichts unternehmen. Ich habe ihm gedroht damit zur Kompanieführung und ggf. zur Bataillonsführung zu gehen. Erst dann hat er das aufgenommen und weitergemeldet. Und war sich noch die ganze Zeit sicher, dass wir uns verhört haben.
Was meinst du, wie so die Quote sein wird, von Leuten, die sich das trauen und durchziehen? Ich habe das damals durchgezogen, weil ich eh ein Querulant bin, schockiert war von der Bundeswehr und schon damals wusste, dass das die Leute sind, die mich ggf. eines Tages für meine Meinung erschießen. Aber niemand, den ich sonst kenne und dem ich das zugetraut hätte, ist überhaupt zur Bundeswehr gegangen.
Der andere Wehrpflichtige, der überhaupt mitgemeldet hat, hätte das auch nicht alleine gemacht. Und ich hätte es auch nicht alleine gemacht, v.a. nicht, wenn der Hauptfeldwebel dann bei nur einer Aussage erst recht einen auf "du hast dich verhört, sagen auch alle anderen".
Funnily enough war das sogar dann die Verteidigung des Täters im Gerichtsprozess 😅. Er hätte "Ludensau" gesagt, ja ne, is' klar.