Sich hier aber ein Werbevideo der Fleischindustrie anzuschauen und festzustellen, dass gar nicht auf die Folgen des Fleischkonsums eingegangen wird, ist doch albern.
Doch, es ist richtig und wichtig, das zu thematisieren, wie es der taz-artikel auch tut.
Diese Werbung zielt in zwei Richtungen. Zum einen zielt "iss, was dir schmeckt" darauf, das Fleischessen als einen Akt von Selbstbestimmung und "Individualität", gegen als willkürlich dargestellte Grenzen zu präsentieren. Sie ist damit eminent politisch, auf eine reaktionäre Weise - der Klimawandel betrifft alle, und es ist nun mal ehernes Prinzip, dass die eigenen Handlungsfreiheit da ihre Grenzen hat, wo sie anderen direkt schadet. Zum Anderen wissen wir auch aus der wissenschaftlichen Forschung, dass Tiere sehr viel stärker wahrnehmende und fühlende Wesen sind, als man früher dachte. Die Psyche der Tiere ist kein Uhrwerk und keine Spieluhr.
Die zweite Richtung, in die diese Werbung zielt, ist eine Präsentation dessen wie wir gern wahrgenommen werden möchten und angeblich wahrgenommen werden. Sehr deutlich bei der Werbung für viele schädliche Produkte. Rauchst Roth-Händle oder Marlboro, und du bist ein cooler Typ. Trinkst Underberg oder Andechser, und du bist gesellig und aktiv. Fährst einen fetten BMW, und dir wird weisgemacht, dass es Wohlstand, Kompetenz und Status vermittelt. Das sind mächtige Suggestionen!
Anstelle der Realität:
- Unsicherheit
- Geltungsbedürfnis
- Ignoranz gegenüber dem Zustand des Planeten
- Desinteresse an der eigenen Gesundheit
- kompletter Mangel an Empathie für das Leiden anderer Wesen, rechtfertigt mit einer Art Philosophie eines Rechts des Stärkeren.
Es geht bei der Werbung um den Abbau von Scham, die aber völlig berechtigt und am Platz ist bei Handlungen, bei denen das eigene Gewissen sich meldet.
Wenn Aliens mit ihren Ufos auf unserem Planeten landen würden und wären uns weit überlegen, fänden wir es lustig wenn unser Nachwuchs im Krabbelalter auf dem Grill landet?