Wer jetzt noch das Naziproblem in der Armee heranzieht, um zum Beispiel eine Wehrpflicht zu fordern, weil die Bundeswehr so diverser würde, stellt die Dinge deshalb auf den Kopf. Genau diese gesellschaftliche Trimmung auf Krieg und Gehorsam, die dieser Tage von den Grünen bis AfD gefordert wird, ist schließlich die autoritäre Wende, deren Symptom die rumhitlernden Soldat:innen sind. Soll die Demokratie in Deutschland gestärkt werden, muss die Bundeswehr deshalb noch viel stärker kontrolliert und ihre Macht eingehegt werden. Denn die Logik des Militärischen ist nicht die Lösung, sondern die Ursache des Problems.
Mir wurde von einem ehemaligen Justizmitarbeiter berichtet, dass in der DDR untersucht wurde, welche "Demografie" die in den 80er Jahren aufkommende gewaltsuchende und rechtsextreme Skinhead-Bewegung hatte. Als Ergebnis kam raus, dass sich diese vor allem aus den Kindern von Armee-, Polizei-, und MfS- (Stasi) Miatrbeitern rekrutierte. Das Ergebnis wurde intern unter Verschluss gehalten, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Autoritarismus und Militarismus begünstigen Rechtsextremismus und Faschismus, egal welche Staatsideologie damit gestärkt werden soll.