1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
 
 

Das Playbook, dass Nazis nach Kriegsende in Südamerika unterkamen und dort an der systematischen Vernichtung politischer Gegner nicht nur beteiligt, sondern diese Maßgeblich zusammen mit Militär und Geheimdiensten organisierten, kam mehr als 1x vor.

Prominente Beispiele sind Klaus Barbie (Bolivien) und Walther Rauff (Chile).

Eine neue Recherche des WDR beschreibt die Geschichte von Rauff. Verwickelt in diese Geschichten ist auch immer der BND für den Walther Rauff 1958 - 1963 tätig war.

Der ehemalige SS-Standartenführer Walther Rauff war einer der Hauptverantwortlichen für die Umsetzung des Vernichtungsbefehls gegen die europäischen Juden. Während der Militärdiktatur in Chile war er maßgeblich an der Verfolgung und der Ermordung von Oppositionellen beteiligt.

Rauffs Partner in der DINA-Führung, Brigadegeneral Christoph Willeke, war unter anderem für die Beziehungen zum BND zuständig und reiste mehrmals zu seinen Kollegen nach Pullach. Er erhielt dort Informationen über chilenische "Extremisten", die in Deutschland im Exil lebten. Auf dem Rückweg brachte er nach Vergaras Erinnerung auch persönlich Laborausrüstungen und Zutaten des Giftgases Sarin mit nach Chile.

Nach der Ermordung der politischen Gefangenen wurden ihre Leichen auf Anweisung von Rauff in den Schredder der Fischfabrik in San Antonio geworfen und anschließend zu Fischmehl verarbeitet.

Die ehemaligen DINA-Agenten erlebten Rauff nicht als "ausführendes Organ", sondern als militärischen Befehlshaber.

Das war ein großes Krematorium im Park der Könige, in dem streunende Hunde verbrannt wurden. Willeke und Rauff wollten prüfen, ob die Öfen der Perrera auch für menschliche Körper geeignet seien. In den Folterzentren der DINA in Santiago fielen 1974 bis 1976 sehr viele Leichen an und Rauff, so Carlos, sei von der Idee angetan gewesen, die Spuren der Verbrechen direkt vor Ort zu beseitigen.

Rauff verbrachte seine letzten Jahre im Stadtteil Las Condes. Er spielte gerne mit seinen Enkeln, die in der Nähe wohnten. Auslieferungsanträge von Israel, Großbritannien und den USA wies Chile ab.

view more: next ›